Content ist König. Nicht nur in den Marketingstuben des Landes ist man sich da einig. Doch nur Content um des Contents Willen – damit ist niemandem geholfen. Texte müssen Fragen beantworten und gleichzeitig unterhaltsam und anregend sein. Ihre Botschaften und Informationen vermitteln sich besser, wenn der Leser den Artikel gerne und aufmerksam liest. Ich stelle Ihnen 3 redaktionelle Kniffe vor, die Ihre Texte besser machen.

1. Der Start ist entscheidend

Auf den ersten Eindruck kommt es an. Das gilt nicht nur bei der Partnerwahl. Schöne Augen macht bei einem Artikel vor allem die Überschrift. Diese sollte nicht mit Informationen überfrachtet, aber dennoch informativ sein. Bestenfalls wird durch die Überschrift des Textes bereits klar, was der Leser zu erwarten hat. Das in drei bis fünf Wörtern zum Ausdruck zu bringen, ist durchaus eine Herausforderung. Kreative Lösungen wie umgewandelte Sprichwörter, lyrische Spielereien oder dezente Provokationen sollten Sie dagegen nur dezent und vor allem gekonnt einsetzen.

Ebenso wichtig wie die Überschrift ist der Einstieg in den Haupttext. Starten Sie mit kurzen, prägnanten Sätzen. Umgekehrt: Vermeiden Sie schwülstige Satz-Ungetüme, verzweigt in mehrere Nebensätze und angereichert mit langem, sperrigem Fachvokabular. Es muss schnell klar werden, in welche Richtung der Text will und was in seinem Verlauf zu erwarten ist. Richtig ist hier, eine These oder Idee einzubetten oder den Leser mit einem bekannten Problem abzuholen. Stilistisch können Sie Fakten aufzählen, ein Zitat bemühen oder gar auf einen erzählerischen Ansatz zurückgreifen.

2. Den Leser ernst nehmen

In deutschen Redaktionen heißt es gerne: „Der Leser ist dumm!“. Was auf den ersten Blick herabschauend und drastisch daherkommt, sollte allerdings nicht despektierlich verstanden werden. Mit ihrer Recherchearbeit mausern sich Journalisten zu kleinen Experten des jeweiligen Themas. Statt all das (neugewonnene) Wissen nun ungefiltert auf sein Publikum abzufeuern, sollte der Autor vielmehr versuchen, den Leser nicht zu überfordern. Vielmehr gilt es, möglichst jeden Rezipienten unabhängig von dessen Vorkenntnissen zum Thema „abzuholen“. Das gilt gerade für Medien mit einer breiten Zielgruppe wie Tageszeitungen und Publikumszeitschriften.

Verkaufen Sie jedoch die Leser nicht für dumm! Ein Text ohne jedwede Tiefe, ohne neue Erkenntnisse und Antworten, ist Zeitverschwendung – und wird vom Leser auch genau so empfunden. Auch unausgewogene Artikel, die nicht eindeutig als Meinung oder gar Polemik kenntlich gemacht sind, sorgen für Argwohn. Ähnliches gilt für Werbebotschaften im Rahmen eines Content-Marketing-Artikels: Der Leser erkennt schnell, wenn nicht die Information, sondern ein bestimmtes Produkt im Mittelpunkt des Textes steht. Beachten Sie daher die einschlägigen journalistischen Regeln und platzieren Sie Ihre Firma oder Ihr Produkt lediglich dezent. Z.B. als hilfreiches Beispiel oder in Form einer Expertenmeinung.

3. Wissen, was bewegt

Eine weitere Herausforderung: Zu wissen, was das Zielpublikum gerade interessiert und antreibt. Das erfordert ständiges Umsehen und Informieren. Zum Glück haben die Journalisten in den letzten Jahren neue Werkzeuge an die Hand bekommen, mit denen die Bedürfnisse der Leser noch besser erfasst werden können. Datenbasis sind hierbei oft die Suchanfragen bei Google & Co. So gibt es zahlreiche Tools, die dem Recherchierenden anzeigen, wie häufig in Suchmaschinen ein bestimmtes Thema gesucht wird. Das Ergebnis lässt sich unter anderem auch regional begrenzen. Zudem finden Autoren so auch heraus, zu welcher Jahreszeit ein Thema besonders gefragt ist und welche Fragen in diesem Kontext gerne an Google gestellt werden. Fragen, die Sie in Ihrem Text beantworten könnten. Journalisten können so ihr Thema finden, es eingrenzen und zur rechten Zeit am rechten Ort platzieren. Was im Onlinebereich schon rege genutzt wird, eignet sich auch für Offlinemedien. Sie können so Ihre Themen nach Relevanz prüfen, weitere Aspekte einstreuen und saisonal richtig planen.

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